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Am Sonntag, dem 13. Juni 2010 fand im großen Saal der Laeiszhalle ein sehr außergewöhnliches Konzert statt. Nur eine Woche nach dem eigenen großen Sinfoniekonzert des Albert Schweitzer Jugendorchesters spielten dessen Mitglieder unter der Leitung von Simone Young zusammen mit den Musikern der Philharmoniker ein gemeinsames Konzert. Jeweils ein professioneller Kollege und ein Musiker des Jugendorchesters bildeten zusammen ein Pult. projekt 2 1 300x199 Grundlage der Zusammenarbeit ist die seit vielen Jahren bestehende Patenschaft der Philharmoniker für das ASJ, die sich in inzwischen vielerlei Verbindungen zwischen beiden Orchestern niederschlägt.

Das Programm bestand aus drei bekannten und wirkungsvollen Kompositionen. Eröffnet wurde der Abend mit Bernsteins Ouvertüre zu seinem Musical “Candide”, wohl einer der witzigsten und schwungvollsten Kompositionen des Genres, in seiner Wirkung vielleicht nur mit der Straußschen Fledermaus-Ouvertüre vergleichbar. Als Solokonzert folgte das Mozartsche Klarinettenkonzert, dessen melodische Einfälle wohl jeder kennt. Seine abgeklärte Melancholie – es ist eins der letzten Werke Mozarts -, die nicht nur das bekannte Adagio, sondern auch die vitalen Ecksätze beherrscht, macht es ausdrucksmäßig, die Tiefendimension der Musik betreffend, zu etwas sehr Besonderem.

Der Solopart wurde gespielt von Johann-Peter Taferner, der nach langjähriger Mitgliedschaft im ASJ und nachfolgendem Studium in Köln dort als Konzertklarinettist insbesondere auf vielfältige Weise kammermusikalisch tätig ist neben Aushilfstätigkeiten für große Orchester, z.B. die Essener Philharmoniker.

projekt 2 2 300x199Höhepunkt des Abends war die 8. Sinfonie Dvořáks (die “Englische”), ein Werk höchst eingängiger Melodik, in dem der singuläre “musikantische” Schwung des großen tschechischen Komponisten wie in keiner seiner anderen sinfonischen Schöpfungen zum Ausdruck kommt.


Fotos: Martin Brinckman